Donnerstag, 12. November 2015

Die Bodenstiftung - Impressum und Selbstverständnis

Die Bodenstiftung begreift den Verlust von Dingen im öffentlichen Raum als eine besondere Form der Veröffentlichung. Unter den umherfliegenden Zetteln und Dingen versteht die Bodenstiftung das STADTLAUB unseres kulturellen Vorlasses, der nach einer freien künstlerischen Methodik im Sinne einer vorwegnehmenden Archäologie des Alltags ausgewertet wird.

Das Gründungsdatum der Bodenstiftung ist der 28. Februar 1998, als Ruppe Koselleck begann plattgefahrene, leere Getränkedosen zu nummerieren und zu datieren mit dem Ziel, daraus einen Getränkedosenteppich zu generieren. Daraus entwickelte sich das lose Bild einer geordneten Zerstreuung. Aus den gefundenen Ideen und veröffentlichten Sachverhalten entstand das Konzept eines SINNLICHEN SACHSCHADENSBERICHT mit dem ich versuche unser Leben und Sterben einer ästhetischen Analyse zu unterziehen.

Vom Kontoauszug über zerrissene Liebesbriefe, achtlos entsorgten Fotografien, die auf dem Bürgersteig liegen, bis zur Spielkarte, einer vergleichenden Betrachtung der Häufigkeit von aufgefundenen Büroklammern mit verlorenen Haarnadeln (u.v.m.) entsteht dabei ein sensibles Archiv, das der multiplen Auswertung in Form von Ausstellungen ausgesetzt wird.

Die Stiftung datiert, registriert, sortiert und verortet diese Dinge in Materialtagebüchern, Bodenkapitalsammlungen, Kisten und Kästen und entwickelt unterschiedliche Konzepte, die in dem Archiv der Bodenstiftung ausgewertet werden und auf dieser Seite partiell vorgestellt werden.



Große Teile des Stiftungsbesitz werden allerdings erst 35 Jahre nach dem Tod des Stifters veröffentlicht, um lebende Personen nicht in Ihrem Ansehen zu beschädigen und die geltenden Gesetze des Datenschutzes nicht zu verletzen.

Aus den unterschiedlichen Funden - dem Datenschmutz - generiert die Bodenstiftung BODENSÄTZE, die den gestrengen Gesetzen einer zufälligen Auslage folgen und damit ebenso poetischer wie soziologischer Natur sein können. 

Aus dem besonders sensiblen Datenschmutz - den Kontoauszügen - entsteht ein ROMAN IN SOLL UND HABEN. Auszüge werden dabei regelmäßig verlesen und mit Bodensätzen aus den Materialtagebüchern vorgetragen. 


Materialtagebücher sind in großen Büchern zusammengeführte lose Funde entlang meiner Bewegungen auf dem Pflaster, über das wir uns alltäglich bewegen. Sie sind im Kontext meiner Suche nach Kreuz Neun zu verstehen. Hierbei versuche ich ein vollständiges Skatblatt aus verlorenen Einzelkarten zusammenzusetzen. Nach 10 Jahren hatte ich alle Karten bis auf die Kreuz Neun zusammen.

Aus den umherfliegenden Fotografien ist ein Familienalbum zusammengeklebt worden - die Streetfamiliy. Eine Sammlung von Fotos erzählt dabei von (zerrissenen) Trennungsgeschichten, verlustigen Urlaubserlebnissen und berichtet von Geburten - von Menschen, die mir alle unbekannt sind und die nur über den Zufall, dass sie vor mir auf dem Boden lagen, zu einer Familie wurden. Die Streetfamily setzt sich aus gefundenen Fotografien von Mexiko bis München, von Osnabrück bis nach Bratislawa zusammen und lädt zu einem breiten Interpretationsspektrum ein.
 

Diese Sätzen bezweckten die poetischen wie ästhetischen Grundlagen und Ambitionen der Bodenstiftung zu umreißen - sie begreifen sich als vorläufig und werden auf Grund anhaltender Suchen und Funde beständig überarbeitet, angeglichen und in unterschiedlichen Formen der SINNLICHEN SACHSCHADENSBERICHTERSTATTUNG weiterentwickelt.

Für die Bodenstiftung
verbleibt mit freundlichen Grüßen


Ihr Ruppe Koselleck
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